Ewige Debatte: Weshalb die Zeitumstellung sinnvoll ist

Zeitumstellung

Die Abschaffung der Zeitumstellung ist eine der populärsten und verlässlichsten Forderungen im politischen Jahreskalender. Doch welche Konsequenzen würde diese nach sich ziehen? Eine kurze Analyse. 

Der Status quo

Die heutige Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ), wie wir sie kennen, wurde in Folge der Ölkrise in den 70ern in ganz Europa eingeführt. In der Kritik steht vor allem die Umstellung der Uhrzeit im Frühjahr, da hier die Uhr um eine Stunde nach vorne gestellt werden muss. Der Biorhythmus muss sich also entsprechend darauf einstellen, eine Stunde früher aufzustehen.

Da merkliche Energieeinsparungen durch die Umstellung nicht nachgewiesen werden können und da viele Leute die Umstellung ablehnen, haben zum Beispiel CDU und CSU die Abschaffung der Zeitumstellung gefordert. Da dies nur sinnvoll in ganz Europa geschehen kann, ist von einer baldigen Umsetzung der Forderung zwar nicht auszugehen, doch ist sie überhaupt sinnvoll?

Mögliche Alternativen zur Zeitumstellung

Würde man die Zeitumstellung abschaffen, würde die Winterzeit. also die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), das ganze Jahr gelten. Alternativ könnte man sich darauf einigen, die Normalzeit abzuschaffen und die Sommerzeit auf Dauer einzuführen.

Um die daraus resultierenden Konsequenzen aufzuzeigen, habe ich die Zeiten des Sonnenaufgangs und des Sonnenuntergangs am kürzesten und am längsten Tag des Jahres verglichen. Und da der Unterschied zwischen Nord- und Süddeutschland im Maximum fast eine Stunde beträgt, habe ich zudem Berlin und Freiburg im Breisgau miteinander verglichen.

Beibehalten der Winterzeit

Nach der momentanen Regelung sehen die Sonnenauf- und untergangszeiten am 21. Juni 2017 wie folgt aus: 

Berlin:

Sonnenaufgang 04:43 Uhr
Sonnenuntergang 21:33 Uhr
Dauer 16,84 Stunden

Freiburg im Breisgau:

Sonnenaufgang 05:29 Uhr
Sonnenuntergang 21:31 Uhr
Dauer 16,05 Stunden

Die Daten beziehen sich auf die MESZ. Würde die Winterzeit weiterhin gelten, würde die Sonne in Berlin bereits um 3:43 Uhr aufgehen, in Freiburg wäre das immerhin um 4:29 Uhr der Fall.

Der Sonnenuntergang wäre hingegen schon ziemlich früh um 20:33/20:31 Uhr. Die meisten Menschen würden somit im hellen schlafen, könnten die Sommerabende allerdings nur relativ kurz bei Licht genießen.

Beibehalten der Sommerzeit

Wie aber wäre es, wenn die Sommerzeit das ganze Jahr über gelten würde? Am 21. Dezember 2017 sehen die Zeiten für Sonnenaufgang und Sonnenuntergang wie folgt aus: 

Berlin:

Sonnenaufgang 08:15 Uhr
Sonnenuntergang 15:54 Uhr
Dauer 7,66 Stunden

Freiburg im Breisgau:

Sonnenaufgang 08:15 Uhr
Sonnenuntergang 16:38 Uhr
Dauer 8,37 Stunden

Würde die Sommerzeit das ganze Jahr gelten, müsste jeweils eine Stunde dazu addiert werden. Der Sonnenaufgang wäre dann jeweils um 09:15 Uhr, der Sonnenuntergang in Berlin um 16:54 Uhr, in Freiburg um 17:38 Uhr.

Die meisten Arbeitnehmer würden also sowohl im Dunkeln zur als auch von der Arbeit fahren. Da facto lägen die Sonnenstunden im Winter so, dass die meisten Menschen nichts davon abbekämen. Wer sich daran erinnert, wie lang ein Winter sein kann, weiß auch, wie wichtig es ist, wenigstens einmal am Tag etwas Licht zu sehen.

Fazit: Die Zeitumstellung ist das kleinere Übel

Speziell die Zeitumstellung im Frühjahr wird nie populär sein. Bei Abschaffung der Zeitumstellung würde man jedoch die Nacht geradezu sprichwörtlich zum Tag machen (und den Abend schon früh zur Nacht). Bei alternativer Beibehaltung der Sommerzeit hingegen, würde die Sonne erst sehr spät aufgehen, so dass sich die meisten Berufstätigen nie zu Gesicht bekämen. In Anbetracht dessen halte ich die Zeitumstellung für das deutlich kleinere Übel. Und die Stunde, die man bei der Umstellung im Herbst hinzu gewinnt, ist sowieso Zucker.

Wie seht Ihr das? Zeitumstellung: Yay or Nay?

Beitragsbild: Week 43: „Too Late“ – CC by Jon Hathaway/Flickr

3 Gedanken zu „Ewige Debatte: Weshalb die Zeitumstellung sinnvoll ist“

  1. Mir hat die Zeitumstellung noch nie was ausgemacht. Nur wer WIRKLICH JEDEN Tag, ob Wochen- oder Sonntag, zur gleichen Zeit aufsteht und ins Bett geht). Und das dürften SEHR wenige machen. Ich halte das auch für stark psychologisch.
    Mir wär es auch schnurz, wenn dei sommerzeit ganzjährig gelten würde, denn von Sonne am morgne hat man im Winter auch nicht so viel und die meisten arbeiten ja in Räumen mit Fenster. abends reicht die Sonne auch „normal“ für kaum mehr als den Heimweg.

    Aber immerhin weiß ich jetzt, warum ich NOCH südlicher wohne als Freiburg 😉 (Und warum die Nordlichter so muffig wirken ,) )

    1. Die Vorstellung, dass es im Winter erst hell wird, nachdem ich schon zwei Stunden wach bin, finde ich nicht so schön. Gerade jetzt, wo die Sonne wieder scheint, merke ich, wie motivierend Tageslicht ist. Deshalb halte ich die Beibehaltung der Sommerzeit für keine wünschenswerte Lösung.

  2. Ich habe im Winter generell das Gefühl, dass ich zu wenig Sonne habe. Das liegt meines Erachtens aber nicht an der Umstellung, sondern einfach an der Tatsache das es nur halb so viel Sonne gibt und diese meist nicht so intensiv scheint.

    Allerdings kann ich sagen, dass man in der IT Branche einige Schwierigkeiten hat, um z. B. Daten die Zeitbezogen erfasst werden richtig zu übermitteln. Hier würde ich mir lieber die Überstunde sparen, die ich deswegen machen muss und in der Sonne sitzen. Auch die fehlende Stunde hängt einem immer ein paar Tage in den Knochen…

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