Das Einhorn über dem Brandenburger Tor – #YESWECUM21

Berlin hat schon viele merkwürdige Demonstrationen gesehen. Aber das, was sich am Freitagabend auf dem Pariser Platz abspielte, war auch für Berlin ungewöhnlich – und passte gleichzeitig so wunderbar in diese Stadt. Doch der Reihe nach:

Sich mit einer Abmahnung konfrontiert zu sehen, ist nicht schön. Besonders ärgerlich ist es allerdings, wenn Konkurrenten versuchen, mit diesem Mittel aus Nichtigkeiten Kapital zu schlagen. Dann gerät die Auseinandersetzung schnell zur Farce. „Das Einhorn über dem Brandenburger Tor – #YESWECUM21“ weiterlesen

Bellevue: Abschied vom Gerickesteg

Im Sommer erinnert er ein wenig an Paris, in kalten Wintertagen kann man die Eisschollen die Spree hinuntertreiben sehen. Vor hundert Jahren, am 30. Januar 1915, wurde der Gerickesteg eröffnet. Damals hieß er noch Bellevuesteg und löste den Fußgängerüberweg unterhalb der danebenliegenden Stadtbahnbrücke ab. Seit über elf Jahren fester Bestandteil meines Alltags, bleibt er ab heute erst einmal gesperrt. „Bellevue: Abschied vom Gerickesteg“ weiterlesen

Die Sache mit dem Tempelhofer Feld – was Berlin braucht

Es gibt wenig schöneres, als an einem lauen Sommerabend über die alte Landesbahn des Flughafen Tempelhof zu spazieren und den Sonnenuntergang zu beobachten. In der einen Ecke das imposante Flughafengebäude. Mitten drin die Skater, Radfahrer, Jogger und Griller. Im Süden schließlich fließt der Verkehr und erinnert einen, dass man sich mitten in einer pulsierenden Metropole befindet. Gleichzeitig ist das weit weg und die Gedanken fangen an zu fliegen…

Mit der Europawahl haben die Berliner heute die Möglichkeit über die Zukunft des Tempelhofer Feldes abzustimmen. Eine nicht leichte Entscheidung, wie auch eine eben auf Twitter geführte Diskussion zeigt.

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Supergeil: Friedrich Liechtenstein winkt vom Balkon

Viel ist geschrieben worden, in den letzten Tagen, über Friedrich Liechtenstein, dem supergeilen Sänger und Tänzer aus EDEKAs viralem Video-Hit. Nicht nur in Deutschland sondern weltweit sorgt das Video für großes Aufsehen. Blogs diskutieren über die Revolutionierung der Werbung, während sich das Feuilleton an einer Annäherung an den Menschen Liechtenstein versucht. Beim Lesen der Artikel könnte man fast meinen, es handele sich um eine der Geschichten, die versuchen, Berlin zu erklären. „Supergeil: Friedrich Liechtenstein winkt vom Balkon“ weiterlesen

The Hoff – ein Happening an der East Side Gallery

Natürlich war da dieser amerikanische Pathos, mit dem wir Deutschen uns oft so schwer tun: Die Geschichten von Mädchen in Ostberlin, von der Wende, der Silvesterparty am Brandenburger Tor und von einem Lied. Ein Lied, das mit seinem Titel nun einmal gut in die Zeit passte und das – ob wie es wollen oder nicht – irgendwie auch im kollektiven Nachwende-Gedächtnis hängen geblieben ist.

Sicher wäre David Hasselhoff heute deutlich weniger umstritten, hätte er nur die Rollen des Michael Knight oder des Mitch Buchannon verkörpert, und nicht angefangen zu singen (auch noch Lieder, die in der deutschen Version von Toni Marschall gesungen wurden). Dennoch: Sein Auftritt am vergangenen Sonntag an der East Side Gallery war nicht weniger als ein großes Happening. Gut 10.000 waren gekommen, um den Hoff zu sehen, mit ihm zu singen und tanzend die #ESG entlang zu demonstrieren. Mit ihnen Medien aus aller Welt. Eine der Veranstaltungen, die in Ihrer Kreativität und Vielfalt so typisch für Berlin ist: Ironische Plakate, Rettungs-Bojen, ein Trans Am, gutes Wetter und Verkleidungen. „The Hoff – ein Happening an der East Side Gallery“ weiterlesen

Kulturkampf um die East Side Gallery

Es ist nicht ganz leicht, sich in der aktuellen Gefechtslage rund um die East Side Gallery zurechtzufinden. Über 6.000 Menschen kamen am vergangenen Sonntag zusammen, um für den Erhalt des Bauwerks zu demonstrieren. Die Beweggründe hierfür sind fast so vielfältig, wie Berlin bunt ist. Das gilt auch in Bezug auf die politischen Parteien:

CDU und Grüne waren in Mannschaftsstärke mit von der Partie, während sich die SPD weitgehend rar machte. Nachfolgend habe ich einige Redebeiträge dokumentiert: „Kulturkampf um die East Side Gallery“ weiterlesen

Warum Berlin die East Side Gallery braucht

Es geht um 1316 Meter Mauer. Aber eigentlich geht um das Gesicht einer Stadt, um Identität und Geschichte. Doch der Reihe nach:

Berlin wird oft nachgesagt, niemals zu sein sondern immer zu werden. Und tatsächlich hat die Stadt ihr Gesicht grundlegend geändert, seit ich Anfang 1999 hierher gezogen bin: Straßenzüge, in denen seit den Tagen des Zweiten Weltkrieges die Zeit stillgestanden zu sein schien, beeindrucken heute durch ihre frisch renovierten Fassaden. Abbruchhäuser verschwinden aus dem Stadtbild – ebenso die Brachen. „Warum Berlin die East Side Gallery braucht“ weiterlesen

The Sound of Berlin

Welche Geräusche macht eine Stadt? Was unterscheidet sie von anderen Städten? Wie verändert sie sich im Verlauf eines Tages? Die Stadt als Musikstück, wie würde sie klingen?

Klar: Eigentlich kommt für Berlin nur elektronische Musik in Frage. Ein tiefer, langer Beat der die Stadt antreibt. Im Sommer angereichert mit Gitarren- und Akkordeonmusik von den Spreebrücken und Tangoklängen in den Kolonnaden der Museumsinsel. Nur am frühen Morgen kommt die Stadt für einen Moment zur Ruhe (für manchen nicht ruhig genug), bevor sich das beruhigende, gleichmäßige Rauschen des Verkehrs wieder über die Stadt legt. Du bist nicht allein. „The Sound of Berlin“ weiterlesen

MUSIK 2020 BERLIN meets Marc Wohlrabe

“Berlin ist ein Sehnsuchtsort geworden, eine Stadt, die sehr viel von Ihrem Kulturbereich lebt, ideell, aber auch wirtschaftlich. Für dieses Standing sollten wir uns einsetzen und laut werden. Es ist unsere Aufgabe, Politik und Wirtschaft darauf aufmerksam zu machen.”

Marc Wohlrabe war Initiator und 1. Sprecher der Clubcommission und kennt als ehemaliger Verleger des Stadtmagazins Flyer die Berliner Kultur- und Clubszene nur zu gut. Berlins internationales Ansehen und der lebendige Kulturbereich sollten unbedingt erhalten bleiben. Dazu gehört ein Verständnis, wie man mit ungenutzten Flächen umgeht und für welche Zwecke sie kurz- und langfristig genutzt werden sollen. Stadtentwicklung und Clubkultur sollten für ihn daher in Zukunft eine viel engere Verbindung eingehen. MUSIK 2020 BERLIN ist eine Kampagne zur Sicherung und Weiterentwicklung des Musikstandortes Berlin. Unterstützt wird sie von über 400 Mitgliedern der Netzwerke Berlin Music Commission, Clubcommission und Label Commission und bekannten Fürsprechern aus der Musikindustrie sowie der Kultur- und Kreativwirtschaft. Ziel der Kampagne ist die Anerkennung von populärer Musik als Kulturgut und damit einhergehende strukturelle und wirtschaftliche Verbesserungen. Titelbild: CC ! @SeX#

Berlin, ein Sonntagmorgen

Berliner scheinen sich morgens hauptsächlich mit lauten Vögeln zu beschäftigen.: Sonntag, 5:47 Uhr, irgendwo in Berlin “So krass, wie die Vögel um die Uhrzeit abgehen. Die sind krass laut. Das gibt es echt nur morgens….” vgl. auch:

Titelbild: CC Angela Schlafmütze