Zum 90. Geburtstag von Helmut Kohl

Heute würde Helmut Kohl 90 Jahre alt. Und auch, wenn ich schon ausführlich über meine Erinnerungen an ihn geschrieben habe, möchte ich heute an folgende Geschichte zurückdenken:

Es gibt diese außergewöhnlichen Tage, die man nicht mehr vergisst. Vor zehn Jahren –  am Karsamstag, den 3. April 2010 – war so ein Tag: Helmut Kohl wurde 80 Jahre alt. Ungefähr zwei Wochen zuvor traf ich Philipp Mißfelder in seinem Bundestagsbüro und er unterbreitete mir die Idee, Mitglieder der Jungen Union aus ganz Deutschland zum Wohnhaus von Helmut Kohl fahren zu lassen, um dem Kanzler der Einheit ein Geburtstagsständchen zu singen.

Ich war skeptisch, ob wir es wirklich schaffen würden, an einem Samstag vor Ostern ausreichend JUler aus ganz Deutschland für ein Ständchen nach Ludwigshafen zu bringen – das alles mit nur sehr geringem Vorlauf. Aber gesagt getan: Am Vormittag des 3. April standen Sidney Pfanstiel, Torben Theis und ich auf dem Parkplatz des Media Markts in Ludwigshafen-Oggersheim.

Torben hatte sich um die notwendige Technik gekümmert und Absprachen mit dem BKA getroffen während Sidney es in zig Telefonaten schaffte, Gotthilf Fischer zu überzeugen, sich als Chorleiter zur Verfügung zu stellen. Außerdem bereitete er den Filialleiter des Media Markts schonend darauf vor, dass sein Parkplatz durch einige hundert JUler in Beschlag genommen werden würde. Freundlicher Weise durften wir die Anlieferzone für unsere Vorbereitungen nutzen: Hunderte Luftballons mussten schließlich mit Gas befüllt und Plakate vorbereitet werden.  

Unser erster Gang führte uns jedoch zum Betreiber der Würstchenbude auf dem Parkplatz, der während der telefonischen Verhandlungen schlichtweg glaubte, wir würden ihn auf den Arm nehmen wollen: „Haben sie genug Kapazitäten und Vorräte, um an einem Mittag 1.000 Würstchen und entsprechend viele Getränke auszugeben?“ So richtig wollte er uns erst glauben, als die ersten Busse auf den Parkplatz abbogen. Und auch wenn ich die Anreise mit den JU-Verbänden koordiniert hatte, ging es mir ähnlich.

Am Ende zogen über 500 JUlern aus ganz Deutschland zum Wohnhaus von Helmut Kohl in der Marbacher Straße 11. Anwohner schauten verdutzt aus den Fenstern oder hinter der Hecke hervor; solch einen Aufzug hatte es dort noch nie gegeben. Kamerateams warteten schon auf uns und als Helmut Kohl mit der Feiergesellschaft nach draußen kam, wurde gemeinsam gesungen, gelacht und mit Wein angestoßen. So wurde der Besuch zu einem richtigen Happening, das man vermutlich nur verstehen kann, wenn man jemals Mitglied der Jungen Union war. Wie nachdrücklich das vielen der Teilnehmer im Gedächtnis geblieben ist, kann man heute – zehn Jahre danach – sehen, wo anlässlich des 90. Geburtstags von Helmut Kohl genau diese Erinnerung teilen.

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