The Hoff – ein Happening an der East Side Gallery

Natürlich war da dieser amerikanische Pathos, mit dem wir Deutschen uns oft so schwer tun: Die Geschichten von Mädchen in Ostberlin, von der Wende, der Silvesterparty am Brandenburger Tor und von einem Lied. Ein Lied, das mit seinem Titel nun einmal gut in die Zeit passte und das – ob wie es wollen oder nicht – irgendwie auch im kollektiven Nachwende-Gedächtnis hängen geblieben ist.

Sicher wäre David Hasselhoff heute deutlich weniger umstritten, hätte er nur die Rollen des Michael Knight oder des Mitch Buchannon verkörpert, und nicht angefangen zu singen (auch noch Lieder, die in der deutschen Version von Toni Marschall gesungen wurden). Dennoch: Sein Auftritt am vergangenen Sonntag an der East Side Gallery war nicht weniger als ein großes Happening. Gut 10.000 waren gekommen, um den Hoff zu sehen, mit ihm zu singen und tanzend die #ESG entlang zu demonstrieren. Mit ihnen Medien aus aller Welt. Eine der Veranstaltungen, die in Ihrer Kreativität und Vielfalt so typisch für Berlin ist: Ironische Plakate, Rettungs-Bojen, ein Trans Am, gutes Wetter und Verkleidungen. „The Hoff – ein Happening an der East Side Gallery“ weiterlesen

Zynismus als politisches Stilmittel

Den politischen Diskurs beherrscht, wer die Hoheit über Begrifflichkeiten hat und somit die Richtung der Diskussion bestimmen kann. Besonders gut kann man das in Deutschland anhand der Debatte um die Kernenergie Atomkraft sehen: Während nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe in Japan vor zwei Jahren die ganze Welt von der Auslöschung ganzer Städte mit tausenden Tote geschockt waren, wurde in den deutschen Medien fast ausschließlich über das Reaktorunglück von Fukushima berichtet.

Die politischen Konsequenzen, die die Regierung daraus gezogen hat, sind bekannt und sollen nicht Gegenstand dieses Beitrags sein. Sehr wohl jedoch, wie sehr die Katastrophe auch zwei Jahre später noch als taktisches Wahlkampfinstrument taugt. So veröffentlichte die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth gestern folgenden Beitrag auf Ihrer Facebook-Seite: „Zynismus als politisches Stilmittel“ weiterlesen

SPD-Wahlprogramm: Was wir von Peer & Co. erwarten dürfen

Wahlkampf ist auch immer die Zeit, sich intensiver mit dem politischen Gegner auseinanderzusetzen. Heute berät die SPD über ihr Wahlprogramm. Wir bei der Jungen Union wissen bereits, was dabei herauskommt. Denn der Entwurf wurde uns vergangene Woche zugespielt:

Kulturkampf um die East Side Gallery

Es ist nicht ganz leicht, sich in der aktuellen Gefechtslage rund um die East Side Gallery zurechtzufinden. Über 6.000 Menschen kamen am vergangenen Sonntag zusammen, um für den Erhalt des Bauwerks zu demonstrieren. Die Beweggründe hierfür sind fast so vielfältig, wie Berlin bunt ist. Das gilt auch in Bezug auf die politischen Parteien:

CDU und Grüne waren in Mannschaftsstärke mit von der Partie, während sich die SPD weitgehend rar machte. Nachfolgend habe ich einige Redebeiträge dokumentiert: „Kulturkampf um die East Side Gallery“ weiterlesen

Leistungsschutzrecht und (leider) kein Ende

Heute wird im Bundestag das Leistungsschutzrecht für Presseverleger verabschiedet. Ich habe keine Lust mehr. Ich habe keine Lust, mich mit einem Gesetz befassen zu müssen, das rechtliche Unsicherheit schafft, Wettbewerb behindert, Innovationen hemmt und ordnungspolitisch Widersinnig ist.

Und deshalb werde ich an dieser Stelle nicht noch einmal alle Argumente dagegen aufzählen sondern verweise auf mein Posting nach dem UdL-Digital-Talk im Dezember sowie die Stellungnahmen des cnetz und des AKs Netzpolitik der CDU, deren Mitglied ich bin. Dabei möchte ich darauf hinweisen, dass letztere Stellungnahme sehr diplomatisch formuliert ist. Unter “Christdemokraten gegen LSR” können Unionsmitglieder gegen das Gesetz protestieren. „Leistungsschutzrecht und (leider) kein Ende“ weiterlesen

Warum Berlin die East Side Gallery braucht

Es geht um 1316 Meter Mauer. Aber eigentlich geht um das Gesicht einer Stadt, um Identität und Geschichte. Doch der Reihe nach:

Berlin wird oft nachgesagt, niemals zu sein sondern immer zu werden. Und tatsächlich hat die Stadt ihr Gesicht grundlegend geändert, seit ich Anfang 1999 hierher gezogen bin: Straßenzüge, in denen seit den Tagen des Zweiten Weltkrieges die Zeit stillgestanden zu sein schien, beeindrucken heute durch ihre frisch renovierten Fassaden. Abbruchhäuser verschwinden aus dem Stadtbild – ebenso die Brachen. „Warum Berlin die East Side Gallery braucht“ weiterlesen