The Sound of Berlin

Alternatives Schlagzeug auf der Warschauer Brücke, Januar 2013

Welche Geräusche macht eine Stadt? Was unterscheidet sie von anderen Städten? Wie verändert sie sich im Verlauf eines Tages? Die Stadt als Musikstück, wie würde sie klingen?

Klar: Eigentlich kommt für Berlin nur elektronische Musik in Frage. Ein tiefer, langer Beat der die Stadt antreibt. Im Sommer angereichert mit Gitarren- und Akkordeonmusik von den Spreebrücken und Tangoklängen in den Kolonnaden der Museumsinsel. Nur am frühen Morgen kommt die Stadt für einen Moment zur Ruhe (für manchen nicht ruhig genug), bevor sich das beruhigende, gleichmäßige Rauschen des Verkehrs wieder über die Stadt legt. Du bist nicht allein.

Anders im Winter: Wenn es schneit und die Nacht schon früh über Berlin hereinbricht, dann verfällt die Stadt manchmal in eine tiefe Stille. Das Knirschen des Schnees unterstreicht die etwas geisterhafte Atmosphäre und man kann sich sehr gut vorstellen wie sich Arthur Daane auf seinem Spaziergang fühlt. Die Geräusche der Stadt haben sich in das Innere der Häuser verzogen.

Berlin, Lüneburger Straße, Januar 2013
Berlin, Lüneburger Straße, Januar 2013

Nicht den ganzen Winter schneit es in Berlin. Es gibt die Tage, die nach Regen und schnellen Schritten klingen. Oder Tage, an denen der Wind einem so durch die Ohren bläst, dass man seine eigenen Worte kaum mehr versteht. Den Kragen aufgestellt geht es schnellen Schrittes über die Warschauer Brücke. Der Rhythmus der Schritte wird zum Beat und die vorbeiziehenden Leute zur Kulisse. Die wärmende S-Bahn ist in Sichtweite und doch ist da mehr als der Wind. Du hältst an, der Beat geht weiter. Auf der S-Bahn-Brücke verwandelt sich ein umgedrehter Einkaufswagen zu einer Hi-Hat, Abfalleimer zu Trommeln und Bauzäune zu Becken. Der Wind hält seinen Atem an. Es sind drei junge Männer, die in diesem Moment den Sound von Berlin ausmachen.

Alternatives Schlagzeug auf der Warschauer Brücke, Januar 2013
Alternatives Schlagzeug auf der Warschauer Brücke, Januar 2013

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